Das Ende der Hafenbar

 

Liebe Freunde, Fans und Unterstützer der Hafenbar Lingen

Wir sind mit dem Versprechen angetreten, Euch über alle Entwicklungen zur Hafenbar Lingen zu informieren. Wir wollten das Projekt offen und transparent gestalten und es mit Euch zusammen verwirklichen.

Dieses Versprechen der Transparenz wollen wir gerade jetzt – zum Ende des Projekts – erfüllen. Ja richtig, dieses Statement leitet das Ende der Hafenbar ein, bevor es richtig losgehen konnte.

Wichtig ist, dass wir im vergangenen August nicht die Idee hatten, eine neue Kneipe in Lingen zu eröffnen und dafür einen passenden Ort gesucht haben. Sondern im Gegenteil, wir haben einen schönen Ort in Lingen gesehen, der seit langer Zeit brach liegt und haben uns dafür eine – wie wir meinen – schöne Nutzung überlegt.

Unsere Idee der „Hafenbar Lingen“ war ein Vorschlag an die Lingener, wie man die kleine, aber besonders im Sommer beliebte Fläche am Neuen Hafen gestalten und zu einer Bereicherung für die Stadt machen könnte. Die Hafenbar war kein Business-Plan, der auf Profit ausgelegt war, sie war ein Angebot an die Lingener.

Um nicht im bloßen „Man müsste…“ stecken zu bleiben, haben wir versucht, das Konzept so weit auszuarbeiten, dass es umsetzungsreif wird.

Dazu gehört für uns an erster Stelle Eure Meinung – für die die Hafenbar ja gedacht war – zu hören und Euch bei der konkreten Planung einzubeziehen.

Die Reaktion von Euch, den Lingenern und möglichen zukünftigen Besuchern der Hafenbar, war durchweg positiv! Über die sozialen Medien, unsere Homepage und in persönlichen Gesprächen haben wir viel Zustimmung und Begeisterung für die Idee erfahren. Auch konstruktive Verbesserungsvorschläge und sogar Bewerbungen für die Opening-Party waren bereits darunter.

Nach unserer Meinung kommt vor einem möglichen Gespräch mit der Genehmigungsbehörde ein Gespräch mit dem Eigentümer einer Fläche, die man nutzen will. Schließlich sind alle weiteren Überlegungen und Planungen überflüssig, wenn der Eigentümer seine Fläche nicht abgeben möchte. Daher haben wir am 04.09.18 den Stadtbaurat Lothar Schreinemacher angeschrieben, mit der Bitte um Auskunft, ob die Stadt Lingen Eigentümerin des Grundstücks ist.

Leider bekamen wir keine Antwort.

Nachdem wir die Idee schon zu den Akten legen wollten, hat sich Tobias Dankert (Ortsvorsitzender der CDU Lingen-Mitte) intern eingeschaltet. Erst dann – am 01.10.18 – erhielten wir eine Reaktion von der Sekretärin Herrn Schreinemachers mit zwei alternativen Gesprächsterminen, weitere drei Wochen später. Kommentarlos, ohne Beantwortung unserer Fragen.

Erst am 19.10.18, nach nochmaliger Rückfrage und unserer Erklärung, dass wir großen Wert auf eine „öffentliche und transparente“ Vorgehensweise legen, erhielten wir eine etwas ausführlichere Antwort von Herrn Schreinemacher persönlich. In dieser bezeichnete er die Fläche nun als „städtische Fläche“ und unsere Idee als „Idee, die weiterverfolgt werden kann“. Gleichzeitig teilte er uns aber auch mit, dass der Stadt nun für die Fläche „auch eine Anfrage mit einer kulturellen Nutzung“ vorliege.

Nachdem die Hafenfläche Jahrzehnte brach liegt, geht also genau in den sechs Wochen, in denen wir keine Reaktion von der Stadt erhalten, eine weitere Anfrage zur Nutzung der Fläche bei der Stadt ein?

An diesem Punkt hatten wir uns eigentlich schon entschlossen, unser Engagement zu beenden. Denn schon in unserer allerersten Email an Herrn Schreinemacher hatten wir wörtlich erklärt:

„Wir rechnen mit einem gerade tragfähigen Konzept und möchten dieses vor allem aus Enthusiasmus für unsere Heimatstadt umsetzen. Es ist daher Voraussetzung für uns, dass es Unterstützung von allen Seiten gibt, der Politik, der Verwaltung mit dem Oberbürgermeister und natürlich der Lingener Bevölkerung. Wir haben kein Interesse, in dieser Sache Konzepte in Konkurrenz zu anderen zu verfolgen oder gegen Bedenken und Auflagen der Verwaltung zu arbeiten.“

Warum erhielten wir zunächst keine Antwort!? Warum wurde um den Eigentümer der Fläche ein Geheimnis gemacht!? Warum gibt es plötzlich – nach Jahrzehnten – zeitgleich einen weiteren Bewerber für die Fläche!?

Obwohl wir gern an der Hafenbar-Idee gearbeitet haben, sind unsere Zeit und unsere Ressourcen doch zu wertvoll für sinnlose Hinterzimmer-Gespräche und Politik-Spielereien. Dafür stehen wir nicht zur Verfügung.

Dann kam aber plötzlich die Anfrage der Lingener Tagespost nach einem Interview. Die Redakteurin war ebenfalls angetan von der Hafenbar-Idee und wollte gern erfahren, was dahintersteckt. Wir wollten der Hafenbar-Idee nochmal die Chance geben, mehr Lingenern bekannt zu werden und eine öffentliche Diskussion um die Nutzung der Hafenfläche zu führen.

Auch die Reaktionen auf den Zeitungsartikel waren überwiegend positiv – wenn auch nicht jeder das Finanzierungskonzept des „Crowdfunding“ nachvollziehen konnte. Viele Lingener haben uns angesprochen, waren der Meinung, dass Lingen dringend solche Projekte braucht und wollten wissen wo denn überhaupt das Problem liegt.

Leider haben entscheidende Personen aus Politik und Verwaltung diesen Zeitungsartikel und die öffentliche Diskussion um die Hafenbar-Idee in den Sozialen Medien als Angriff verstanden und nicht als Möglichkeit, die Bevölkerung in die Entwicklung der Stadt Lingen einzubeziehen, als einen neuen und wichtigen Weg der direkten Demokratie und Bürgerbeteiligung.

Nach dem Erscheinen des Artikels in der LT, wurde in der folgenden Sitzung des Planungs- und Bauausschusses des Lingener Rats (PBA) sehr kurzfristig der Tagesordnungspunkt „Hafenbar, Grundstück Neuer Hafen“ aufgenommen. Informiert wurden wir als Initiatoren darüber nicht. Die Beratungen zu diesem Punkte dienten offenbar lediglich dazu, Herrn Schreinemacher eine Plattform zu geben, um Stellung zu beziehen und seine Sichtweise darzulegen. Der Ausschussvorsitzende Herr Hilling und der Stadtbaurat Herr Schreinemacher nutzten diese Sitzung – wohlgemerkt ohne uns die Chance der Anwesenheit zu geben – um Vorwürfe gegen uns zu erheben. „Der Investor sei nicht auf das Gesprächsangebot eingegangen. Dieser mache eine Art Kampagne gegen den Rat und die Verwaltung“ heißt es im Protokoll. Außerdem wurde vom Ausschuss und Herrn Schreinemacher bemängelt: „Der Weg, über Facebook über die Sache zu diskutieren, sei falsch.“

Hierzu ist es uns zunächst wichtig festzustellen, dass wir keineswegs eine Kampagne gegen Rat und Verwaltung gemacht haben, sondern für die Hafenbar-Idee! Nach unserer Meinung kann es gar nicht falsch sein, öffentliche Themen auch und gerade über Facebook, Twitter, Instagram und Co. zu diskutieren. Ein Problem ist vielmehr, dass sich weder der Oberbürgermeister, noch der Stadtbaurat oder andere wichtige Stadtpolitiker an öffentlichen Diskussionen im Internet beteiligen. Durch eine Beteiligung von Kommunalpolitikern würden Projekte und Beratungen transparenter gemacht und auch der einzelnen Bürger hätte Gelegenheit sich zu äußern. Aber das Internet ist für viele offenbar immer noch Neuland.

Wir haben viele kreative und engagierte Bürger in unserer Stadt. Warum hat man Angst, diese – auch außerhalb des Politikbetriebs – zu hören und einzubeziehen?

Außerdem möchten wir festhalten, dass ein vertrauensvolles Gespräch mit Herrn Schreinemacher gar nicht mehr möglich war, nachdem uns zeitgleich mit den möglichen Gesprächsterminen – neun Wochen(!) nach unserer ersten Anfrage – schon mitgeteilt wurde, dass Alternativ-Angebote vorhanden sind, man uns aber wichtige Informationen nicht vor einem Gespräch geben wollte. So mussten wir den Eindruck gewinnen, dass intern schon gegen uns gearbeitet wird und weiterer Arbeits- und Zeitaufwand unsererseits sinnlos ist.

Wie aus dem Sitzungsprotokoll und auch einem späteren Zeitungsartikel zu entnehmen ist, gibt es nun Planungen, „dort ein Kunstwerk aufzustellen und einen Pfad der Tugend anzulegen“.

Es macht uns nachdenklich, wenn es in Lingen als „Kampagne gegen den Rat“ gewertet wird, wenn Bürger mit Ideen zur möglichen Verbesserung unserer Stadt an die Öffentlichkeit treten und die Meinung und Beteiligung der Mitbürger suchen, anstatt sich erst in Sitzungen, Gremien und Ausschüssen zu rechtfertigen. Wir hoffen, dass sich in Zukunft auch die Verantwortlichen der Stadt und des Rates und besonders unser Oberbürgermeister den neuen Medien öffnen und neue Wege der Bürgerbeteiligung in Lingen unterstützen.

Wie wir schon ganz zu Beginn unserer „Kampagne“ erklärt hatten, haben wir kein Interesse, gegen die Stadtverwaltung, den Rat oder andere – zufällig zur selben Zeit entstandene – Konzepte zu arbeiten, denn unser Business ist nicht die Gastronomie, sondern die Projektentwicklung (wie z.B. das Studihaus Lingen).

Wir beenden daher an dieser Stelle unser Engagement für die Hafenbar.

Diese Entscheidung tut uns für alle Fans leid, die sich schon auf einen Cocktail im Sonnenuntergang am Wasser gefreut hatten. Wenn es in Lingen jemanden gibt, der unser Konzept weiterführen will, kann er oder sie sich jeder Zeit an uns wenden. Wir geben unsere Idee, das Konzept, die Webseite, die Social-Media-Accounts, den Namen und das Logo gerne weiter.

Ausdrücklich bedanken möchten wir uns noch bei Marc Risse von den BürgerNahen, der uns von Anfang an unterstützt hat. Auch unkonventionell und über die Sozialen Medien.

Bettina & Michael Schaper

3 thoughts on “Das Ende der Hafenbar

  1. Ihr hatten eine schöne idde für die stsdt lingen da kann mann mal sehen wie der oberbügermeister seinen job nicht wahr nehmt und die stadt lingen echt traurig mann kann hier in der stadt lingen sowieso nichts machen das projekt wahr und ist und bleibt eine schöne iddee für lingen

    Grüße gfhen raus an euch die da für gekämpft haben so etwas schönes zu bauen wollten

    1. Sehr schade, wie sowas letztlich abläuft und Ideen von und für die Bürger abgebügelt werden.
      Die anhaltende Ignoranz ggü. den sozialen Medien seitens der Politik und Verwaltung ist schon bemerkenswert… Ich erinnere mich an die Aussage von Bürgermeister Krone während der letzten Kandidatur zum OB, warum er denn keinen eigenen (Twitter?!) Account habe: „Die Stadt Lingen hat einen Account – darüber les ich mit“ – so oder so ähnlich… na denn!

  2. Och menno – echt schade!
    Hoffentlich fängt in Lingen nicht die schleichende Überalterung statt. Wir wollen doch nicht wie Meppen werden.^^
    *duckundwech*

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